Inspiriert durch die ästhetische Form der Flieger von Robert Schweißgut (www.wing-tips.at) und seine mitreißende Beschreibung seiner Konstruktionen in seinem Buch "Wing Tips Band 1", wünsche ich mir auch solch einen schönen Rumpf für Wendy.
Weiterhin möchte ich es dieses Mal mit einem reinen Segler versuchen. Daher wird schon bei den ersten Überlegungen ein Antrieb ausgeschlossen. Dafür muss ich dann wohl doch Richtung Hang oder den Flieger mit der Flitsche hochbringen. Die Flächen von Wendy sind allerdings nicht für Hochstart vorgesehen. Der bei Wendy genannte Kohleholm, die Verstärkung aus Klebefolie und ein nicht zu stark ziehender Gummi sollten aber für ein paar Meter Ausgangshöhe ausreichen. Man kann sich dann ja immer weiter hoch tasten.
Rundherum elegant soll er sein und die Konstruktion als reiner Kastenrumpf verbietet sich fast von selbst. Auf der anderen Seite soll der Bauaufwand sehr gering sein, da ich einerseits nicht weiss, ob des Projekt von Erfolg gekrönt sein wird und andererseits auf dem Weg dorthin bestimmt noch mehrere Modifikationen an diesem Prototypen vorzunehmen sind. Da würde ein extremer Aufwand beim Bauen doch sehr schmerzen.
Ich entscheide mich für eine Mischung: Von der Bauweise ein Kastenrumpf mit 4mm Seitenwänden. Bug, Ober- und Unterseite werden aus 10mm Balsa hergestellt. In die Ecken kommen noch einmal 10*10 mm Winkelleisten. Damit ist genug Fleisch da, um mit anschließendem Hobeln und Schleifen einen Rumpf mit schön geschwungenen Kurven zu erhalten. Doch nun mal schön der Reihe nach:
Am Rechner zeichne ich mir erstmal die Rumpfsilhouette und skaliere sie so, das sie von der Größe her zu den Flügeln passt. Die Flügel werden so positioniert, dass der bei Wendy ermittelte Schwerpunkt auch mit dem neuen Rumpf erhalten werden kann ohne extreme Verschiebungen der RC-Anlage vornehmen zu müssen. Die Pfeilung der Flügel erfordert daher ein weit vorne liegende Konzeptoin der Wurzelrippen, was mir nicht ganz so gut gefällt, da dadurch auch die Flächen nicht so weit oben angesetzt werden können, wenn sie seitlich nicht in den Bereich der Kabinenhaube ragen sollen. Also gleichsam Mittel- statt Schulterdecker. Auf der anderen Seite will ich aber auch keine neuen Flächen bauen. Zum Glück ragt die Seitenruderflosse weit nach achtern heraus und kann als Gegengewicht wirken. So kommt dennoch eine akzeptable Position der Flügel zustande.
Die genaue Position des Schwerpunktes wird sich dann erst später herausstellen. Um diesen in weiten Bereichen einstellen zu können, sehe ich die Möglichkeit vor, die Flächen in einer Rasterung von je 2cm um insgesamt 8cm nach hinten oder vorne korrigieren zu können. Daher kommen mehrere Bohrungen in den Rumpf. Für den Fall, dass später einmal andere Flügel mit weniger Pfeilug gebaut und montiert werden sollen, hätte ich diese gerne etwas höher positioniert. Eine zweite Reihe Löcher wird daher weiter oben vorgesehen.
Vorsichtshalber plane ich auch schon mal eine Störklappe im Seitenruder ein. Sie soll zwar zunächst nicht angesteuert werden aber ich habe sie dann schon, falls sich herausstellen sollte, dass ich sie später doch einmal benötige. Dann brauche ich nicht erst umständlich den Flieger wieder zu zerlegen und dran 'rumflicken.
Der Plan wird auf drei DIN A4 Seiten ausgedruckt, die Blätter werden zusammengeklebt und dann die drei Teile (Rumpfseiten, Seitenflosse, Sporn) entlang ihrer Konturen ausgeschnitten. Diese Vorlagen werden auf Sperrholz übertragen, die Seite natürlich doppelt.
Beide Seitenteile werden zunächst aufeinander fixiert und gemeinsam die Löcher gebohrt.Vorne wird ein Querspant aus Sperrholz eingesetzt, hinten ein 2cm breites, leicht konisches Stück 10mm Balsa. Rumpfrücken und -unterseite werden auf 2/3 der Länge 4cm breit gehalten, dann verjüngt sich der Rumpf auf die oben beschriebenen 2cm.
Der Rumpf wird voll verkastet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bohrungen in den Rumpfseiten exakt übereinander zu liegen kommen: Ein passender Rundstab von 30-40 cm Länge wird durch die korrespondierenden Löcher beider Wände gesteckt. Dann wird noch in der Topfzeit des Klebers mitdem Geodreieck exakt rechtwinklig ausgerichtet. Erst wenn alles trocken ist, wird die Kabinenhaube mit der Dekupiersäge vom Rumpf abgetrennt. Dies erfordert allerdings einen exakt rechtwinkligen Schnitt. Wenn dies nicht gewährleistet werden kann, sollte man gleich am Anfang beim Ausschneiden der Seitenteile die Kabinenhaubenteile bis auf ein kurzes Stück in der Mitte aussägen. Nach dem Verkasten kann man dann doch die Kabinenhaube leicht abtrennen.
Es folgt die Hobel- und Schleiforgie mit Balsahobel und Blockbandschleifer. Den letzten Rest gibt 120er Handschliff bevor mir Schnellschleifgrund die Poren gefüllt werden. Danach nochmal 200er Schleifpapier von Hand.

