4. Tag
Im Akku ist noch reichlich Saft drin, doch bevor es los geht, wird erstmal der Heli optimiert:
1. Rotorkopf abnehmen (Stift mit kleiner Zange zeihen und Rotorkopf nach oben abziehen. Voricht: NICHT drehen, da die Hauptrotorwelle oben angeschliffen ist und das Plastikteil genau dort hineinpasst).

abmontierter Rotorkopf
Rotorblätter abmontieren und Hillerpaddel auswiegen. 4cm Tesafilm müssen bei meinem Heli unter ein Paddel.
2. Rotorblätter mit Peilinie versehen: Beide übereinanderlegen, an den gleichen Stellen der Flügelspitzen eine Markierung setzen und von dort aus am Stahllineal entlang eine Linie bis zur Mitte des Befestigungsloches ziehen.

Peillinie auf dem Rotorblatt. Hier schon wieder am Rotorkopf montiert.
Ich habe dafür einen "Silberstift" benutzt. Ein andere deckende, helle Farbe würde es aber auch tun.
3. Das Landegestell wird auf Kohlefaserstäbe umgestellt und die Befestigung erfolgt dann einfach mit Tesafilm.
Nachdem alles wieder montiert ist, werden die Rotorblätter ausgerichtet und wieder fest angezogen. Das geht nun wirklich einfach!
Das Ausrichten der Rotorblätter wird mit Peillinie viel einfacher
Jetzt geht's los:
Das Torkeln hat aufgehört! Prima. Da es wieder im Wohnzimmer rundgehen kann, gehe ich beherzt auf 40 bis 60cm Höhe. Das Steuern wird tatsächlich ungleich einfacher. Die Gefahr, zu heftig gegenzusteuern, besteht aber immer noch. Da muss ich noch viel trainieren. Vier Kanäle gleichzeitig ist halt doch eine große Herausforderung.
Da der Bodeneffekt bei 60 cm schon deutlich abgenommen hat, interessiert es mich, ob er weiter oben noch geringer wird und das Steuern leichter geht. Also reitet mich der Teufel und ich gebe Gas. Bei 10 cm unter der Lampe -also bei 250m Rotorhöhe- muss Schluss sein ;-) . Dabei nehme ich zu schnell das Gas raus und der Hubi plumpst regelrecht nach unten. Da zeigt sich ein weiterer Vorteil des Landegestells: Es dämft ungemein die Abwärtsbewegung aufgrund der Flexibilität der Kohlefaserstäbe. 2mm Durchmesser ist hier genau richtig: Leicht, flexibel und dadurch gut dämfend und anscheinend auch ausreichend fest, denn bei diesem Absturz ist nichts passiert; weder am Heli noch am Landegestell! 3mm Stäbe halte ich für zu fest; vom Gewicht mal ganz abgesehen.
Danach fliege ich noch ein paar mal auf 40cm und probiere, den Hubschrauber dabei zu steuern. Es klappt schon immer besser aber von Kontrolle kann noch keine Rede sein.
5. Nachladen: 567 mAh
Nachdem der Akku wieder voll ist (3/4h), geht's wieder in den Luftraum. Diesmal wird tatsächlich geflogen. Zigmal auf 40 bis 60 cm Höhe, ab und zu auch mal auf 1m Höhe. Dann liegen nämlich die Rückenlehnen der Sofas auf einmal deutlich unterhalb der Kufen und der Luftraum wird merklich größer. Ab und an geht's auch mal wieder höher Richtung lampe. Das mit dem Steuern klappt schon ganz passabel. So maximal 30 Sekunden Flug mehr oder minder an der Stelle und Rückholaktionen beim Versuch, sich selbständig zu machen, sind schon drin. Aber ab und zu tritt nochmal das Torkeln auf; wenn auch weitaus weniger als am Anfang. Dann hilft nur noch schnelles Aufsetzen. Neben der sich bei jeder Feindberührung lockernden Hauptrotorblattbefestigung habe ich die Hillerpaddel im Verdacht.
Also probiere ich mal den Extremfall: Hillerpaddel ab und nur die Gewichte zum Halten der Ebene ausnutzen.
Das funktioniert aber nicht. Der Heli hebt so überhaupt nicht ab. Erstaunlich, denn bisher habe ich die Paddel neutral bis ganz leicht negativ eingestellt gehabt. Zum Auftrieb dürften die eigentlich nicht beigetragen haben. Also Paddel wieder dran und ordentlich ausgerichtet. Das ist allerdings immer etwas problematisch, da beim Anziehen der Schraube die Mutter gleich mitdrehen will. Da fehlt dann mindestens eine Hand: eine für den Schraubenzieher, eine um mit der Zange die Mutter gegenzuhalten und eine oder zwei, um Heli und Hillerpaddel irgendwo im Raum zu fixieren.